Historie

Die Anfänge

Alles begann im Jahr 1985 mit einem gemeinsam besuchten Konzert der Hildesheimer Ur-Bluesband »Das Dritte Ohr«. Die spielte auf der Eschershäuser Rocknacht, und wir waren geflasht von diesem coolen, frechen weißen Blues. Es war wie eine Erweckung! Das war unsere Musik!

Historie 01

In der neuen Kneipe im Ort saßen wir oft an der Theke oder auf noch nicht durchgesessenen Sprungfedern des Kanapees am brennenden Kamin und erfreuten uns Sprüche klopfend und Pläne schmiedend ewiger Jugend. Da gab es viel französischen Rotwein und Gerstenelexier aus einheimischer Produktion in großen tönernen Gefäßen. Auf dem Plattenteller drehte sich feinstes Vinyl, wieder und wieder »Just One Night« von Eric Clapton.

Wir saugten also Blues, Bordeaux und Bier auf, vielleicht redete der Wirt gut zu, und die Idee, eine Band zu gründen, nahm Gestalt an. Den passsenden Namen hatte Stefan aus den USA mitgebracht, und wir fanden ihn sauoriginell: 4Sale sollte die Combo heißen, und nachdem mit Thomas' Mitschüler ein Bassmann mit Punkerfahrung gefunden war, war das Gründungspersonal komplett: Stefan Neumann (Leadgitarre, Gesang), Andreas Schmidt (Rhythmusgitarre, Gesang, Harp), Heiner Schmidt (Saxophon, Gesang), Maik Frischgesell (Bass) und Thomas Specht (Schlagzeug).

4Sale bezog im Herbst 1985 den Saal der »Tanzbar Atlantis« in Negenborn als Proberaum (den die Band noch 30 Jahre später ihr Probedomizil nennt). Schon ein knappes Jahr später stand 4Sale bei der nächsten Rocknacht in Eschershausen selbst auf der Bühne - als Vorband von Steve Baker - und wurde schnell zur Hausband im »Kanapee«, wo viele Konzerte gespielt wurden.

 

Historie 02

Auf die Hörner gekommen

Die Band wuchs schnell um eine echte Hörner-Sektion: Boris Haut (Posaune) und Thomas Dettmar (Trompete) stießen hinzu. Plötzlich waren wir Local Heroes, wir spielten eigenes Zeug mit komischen Namen wie »Everybody loves us but the police«, »Martin Macho«, »Drivin' Highway 40« oder »Highway Crash Boogie Blues«, Klassiker wie »Manish Boy«, »Shake your moneymaker«, »Minnie the Moocher«, »The Weight« und »Proud Mary«(!) - auch einen Song, den Freddy im Repertoire hatte, nicht Freddie King, sondern Freddy Quinn: »Caldonia«, über viele Jahre so etwas wie unsere Hymne und von den Fans immer wieder gefordert. Es schien, als wollten uns alle hören, und wir ritten die Gary-Moore-Blueswelle.

Wir organisierten eine rauschende Konzertparty mit der »Saxy Groove Band« aus Göttingen mit 300 Gästen in der »Tanzbar Atlantis«, spielten in Mainz und Wolfenbüttel, auf Schul- und Studentenfeten in Holzminden und Höxter, Pfingsten in Forst vor »Guru Guru«, zogen die skurrilsten Gigs an Land und wurden als musizierendes Geschenk auf eine dänische Landhochzeit verschleppt. Irgendwann stieg Maik aus, wechselte Heiner an den Bass und Thomas von der Trompete an die Klangregler, dafür kam Wolfgang Kleesiek (Sax) in die Band. So vergingen dreieinhalb Jahre Euphorie & Gelage wie im Flug.

Historie 03

Es folgten wilde Jahre in wechselnden Besetzungen mit Kurt Matuschke (Git), Holger Münchmeier (Sax), Dieter Langhorst (Bass) und Thomas Dittner (Sax). Neben dem Großraum Negenborn waren jetzt die Metropolen Stadthagen und Hannover unsere Reviere, und wir mischten die Live-Clubs der Landeshauptstadt als »Count Crazy & his Blues Bones« auf. Es war eine intensive Zeit, die die Bandpsyche an ungeahnte Grenzen führte.

 

Unter dem Radar

Danach mussten wir uns neu (er)finden, schrumpften uns gesund, schalteten ein paar Gänge herunter und fanden Gefallen an Camouflage, Marketingpsychologiebashing und neuer Bescheidenheit, spielten fortan fast jeden Gig unter anderem Namen und fanden das lustig. Die Liste ist legendär: »Monkey Moonlight & the Gala Allstars«, »4 Non Erzengelz«, »Jong van Hoitchen Quintett«, »Diner Bernhard's Bernhardiners« (Extremly slow Blues Band from Horsepussy/Texas), »Sherpa Ginseng & his Original Ladakh Yak Experience«, »Yeti Bigfoot & Norwegian Woods«, »The Never Dancing Tasmanian Derwishs« - kein Klischee war uns zu peinlich.

 

Historie 04

Back to the Roots

Zum 20-Jährigen sollten wir mal wieder nach langer Zeit im »Kanapee« spielen. Leider war uns Heiner und damit der Bassist abhanden gekommen. »Für drei Songs« - so das Lockangebot - heuerte Christoph Dörffler, alter Reggae-Zopf, an. Aus den drei Songs wurde ein abendfüllendes Programm, und die Flamme loderte wieder auf dem Blues-Olymp. So schälten wir unseren Kern frei, fanden zurück in die Spur und starteten mit neuer Frische und Ernsthaftigkeit in unser drittes Bandjahrzehnt. Wir wurden wieder zu der Band mit dem alten Selbstverständnis und dem sauoriginellen Geburtsnamen: »4Sale«. Unser Gebläse honkt wie eh und je, ja, die »Doesn't Matter Hornies« blasen jedem Hipster den Draht aus der Melone.

Thomas Dettmar, unser Ex- und einziger Trompeter, der dann an die Regler wechselte, ist uns übrigens all die Jahre treu geblieben und noch heute der Mann, dem wir unseren Sound anvertrauen. Er ist die erste Wahl für Mix und PA: Pure Ton muss es sein, immer wieder!

Und jetzt sind wir Ü-30 und noch immer infiziert vom Blues. Wenn man die Vorher-Nachher-Fotos betrachtet, hat sich eigentlich gar nichts verändert.

Deshalb: KYBA! Keep your Blues alive with 4Sale!

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